Ninja Arena: Tabletop-Taktik-K?mpfe als Brettspiel getarnt

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  • Fast w?re ich in Herne beim Spielewahnsinn an den kleinen Stand vorbeigelaufen, der da sein Ninja Arena pr?sentiert hat. Das sah zun?chst nach einem abstrakten Legespiel aus mit seinen Holzkl?tzchen auf dem Spielbrett. Zum Glück habe ich dann doch einen Schritt n?her gewagt und die Holzkl?tzchen bildeten eine (immer noch abstrakte) Landschaft. Eine Kampfarena - mit Ninjas. Dazu Würfel und meine Neugier war geweckt. Also Anspieltermin vereinbart und die Zeit bis dahin mit diesem jetzt wirklich abstrakten Elefanten-Legespiel von Kosmos verbracht.


    Aber zurück zu Ninja Arena. Ein Kleinverlag mit Namen 2mt Games, der sich den nachhaltigen Gedanken fett auf seine Fahnen geschrieben hat. Kein Plastik, fair produziert und echte B?ume kann man per Aufpreis auch noch dazukaufen - wer mag. Dafür (allerdings ohne Baum) werden dann 70 Euro verlangt. Der Messepreis in Herne. Ansonsten kostet es 75 Euro zuzüglich Versand, der hier inklusive war. Allerdings konnte man das Spiel nicht direkt mitnehmen, das wird noch fertig produziert und in den kommenden 4 Wochen dann zugeschickt.


    [Blockierte Grafik: http://brettspieltag.de/Bilder/Herne2016/Ninja_Arena_01.jpg]


    Wir lenken unseren Ninja durch eine Holzlandschaft. Dazu haben wir insgesamt vier Würfel. Zwei mit schnellen Aktionen und zwei weitere mit langsamen Aktionen. Zeitgleich w?hlen wir hinter unserer Hand drei dieser vier Würfel aus und drehen diese auf die passende Aktionsseite und dazu noch in passender Ausrichtung. Sind wir fertig, schnappen wir uns eines der noch ausliegenden Initiativchips und warten, bis unsere Mitspieler ebenso fertig sind. Zwei bis vier Spieler k?nnen sich in so einer Arena tummeln. Wer zwei Spiele kauft, kann auch eine grosse Arena für bis zu acht Ninjas bauen. Das w?ren dann 140 Euro.


    Die Aktionen erinnern ein wenig an Robo Rallye. Wir programmieren unsere Ninjas sozusagen in ihren Aktionen und führen die dann reihum durch. Schnelle Aktionen vor langsame Aktionen. Niedrige Initiative vor hohe Initiative. Da wird dann gegangen, sich gedreht, gesprungen (auf und über einen Block), Nahkampf ausgeführt, seine Fernkampfwaffe geworfen und in Deckung gegangen vor Nahkampf. Das sind ganz sch?n viele Aktionen und in den erweiterten Regeln kommt ein weiterer Würfel dazu, der noch mehr Aktionsm?glichkeiten bietet. Leider meinten die Autoren, dass man das alles ganz schnell gelernt hat und druckten die ?bersicht nur auf die Rückseite der Anleitung. Spielerübersichten oder Sichtschirme oder gar beides kombiniert? Fehlanzeige! Ich hoffe aber mal, dass die auf unsere Anregung diese doch noch als BGG-Download anbieten werden. Da war aber schon ordentlich ?berzeugungsarbeit notwendig und ein von Mitspielerinnenhand vorgeführte Anleitung, wie einfach man so einen Sichtschirm aus A5-Gr?sse knicken kann - ganz ohne Stanzwerkzeug.


    Das Spielgeschehen erinnerte mich an diverse Taktikk?mpfe aus Rollenspielen, die wur damals bei D&D immer auf einem Battleboard simuliert haben. Nur hier ist der Kampf schneller und intensiver, weil man simultan seine Würfelaktionen aussucht und sich dann eine Art Film abspielt. Die Aktionsm?glichkeiten und die Kombinationsvarianz dieser Aktionen ist enorm. Fast schon eine kleine Simulation. Die Vielfalt hat aber auch seinen Preis in Sachen Sichtlinien und Fallschaden und was alles an Detailwissen dazugeh?rt, das man verinnerlichen muss. Eben ein komplettes Kampfsystem, das hier mit diesen Würfeln realisiert wurde.


    Echt innovation, weil hab ich bisher so nicht gesehen. Da das Material auch stimmig war, waren meine Bedenken wegen des doch hohen Preises schnell dahin - direkt gekauft. Jetzt muss ich nur noch jemanden finden, der die vier Ninjas besser als ich bemalen kann. Weil die kommen als Zinn-Miniaturen und deshalb müsste man seine rein anhand der Pose zuordnen, was dem Spielablauf nicht gut tut. Also farbige Basis und jeder bekommt eine farbige Holzleiste in seiner Spielerfarbe zur Identifikation. Man merkt dem Spiel eben an, dass da keine Redaktion Hand angelegt hat. Das ist noch ein Rohdiament, den man selbst zur Perfektion fertig schleifen kann. Hier ist es mir der zus?tzliche Aufwand wert: Miniaturen bemalen (lassen), Sichtschirme mit Aktionsübersichten ausdrucken oder notfalls selbst designen, farbige Holzleisten dazukaufen. Fertig ist die Deluxe-Version und das Unikat.


    Cu / Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

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  • Die Vorbestellungen werden am 16. Juni verschickt. Ab 50 Euro f?llt kein Porto mehr an. Also kann man das Spiel fernab Messen für knapp 75 Euro kaufen. Splotter Niveau.

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Meine Version (selbst privat bezahlt, kein Rezensionsexemplar) ist gestern bei mir angekommen. Macht einen guten Eindruck, sehr stimmig - auch das Konzept der Nachhaltigkeit ist überzeugend durchgezogen.


    Bilder und Infos stelle ich im Laufe des Abends online ...

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Hier mal ein paar gesammelte Bilder der ersten Auspackmomente:


    Ninja Arena: Tabletop-Taktik-K?mpfe als Brettspiel getarnt - Nachrichten - Tric Trac


    Man merkt dem Spiel an, das es Handarbeit ist. Die Würfel sind alle einzelnd mit Brandzeichen versehen und damit ist klar, dass man da keine genormte Industriequalit?t erwarten kann. Da die nicht gewürfelt werden, ist das aber auch egal. Ebenso sind die Holzbl?cke aufgebohrt und mit kleinen Holzdübeln versehen. Daraus baut man dann die Landschaft. Einzelne Bl?cke passen besser, einige weniger gut, aber etwas hin- und hergetauscht und es passt und h?lt. Die Zinnfiguren sind bleifrei und aus Lebensmittelzinn. Vom Detailgrad gut, für mich als Brettspieler v?llig ausreichend.


    Beeindruckend fand ich, dass auch bei der Verpackung die Nachhaltigkeit eingehalten wurde. Kein Tesafilm, kein Klebeband, sondern eine raffinierte Falttechnik des Packpapiers und die Verwendung von Bindeschnur. Da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht.


    Insgesamt eine runde Sache, aber eben noch ein Rohdiamant.

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

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  • ...und auf jedem Block ist ein FSC-Stempel oder vergleichbares? ;-)

    Ne, aber die Anleitung erw?hnt, dass das Holzmaterial FSC zertifiziert ist oder so. Wer mag, kann ja dann auch noch einen Baum dazukaufen, der als Gegenleistung für das Spiel neu gepflanzt wird. Vom rein spielerischen Anspruch kann einem dieser ?kologische Ansatz ja eigentlich egal sein. Sollte einem aber eigentlich nicht, oder? Biomilch kaufen und zeitgleich China-Plastikspiele kaufen, passt dann doch nicht zusammen.

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Wer mag, kann ja dann auch noch einen Baum dazukaufen, der als Gegenleistung für das Spiel neu gepflanzt wird.

    ...und dann wartet man, bis der Baum gewachsen ist, gef?llt wird, und daraus das Spiel gefertigt wird?? :D


    Biomilch kaufen und zeitgleich China-Plastikspiele kaufen, passt dann doch nicht zusammen.

    Tut es leider nicht, aber ich handle eben genau so. Meine Haltung sieht so aus: WENN es eine nachhaltige Alternative gibt, DANN w?hle ich diese.
    Leider gibt es die eben in vielen F?llen nicht... :(

  • Beim Spielewahnsinn 2016 in Herne gekauft. Kurz danach einmal in Viererrunde mit den Einsteigerregeln gespielt und gnadenlos durchgefallen. Seit dem nicht wieder aufm Tisch gekommen, weil ich mir das Spiel nochmal in Ruhe vornehmen wollte, um die Ursachen zu ergründen und zu sehen, was das falsch gelaufen ist und ob und wie man es in potentiellen Folgepartien besser machen kann.


    Kurz gesagt, man sollte nicht den Fehler machen, das Spiel mit den Einsteigerregeln zu spielen. Schon gar nicht in den ersten Zügen nur einen, dann zwei und dann drei Würfel nutzen, weil man f?lschlicherweise meint, mit diesen Hausregeln den Einstieg damit abzumildern. Falsch. Ninja Arena funktioniert nur wirklich, wenn man das komplette Regelwerk nutzt, mit Sonderwürfel und Sonderwaffen und den einzelnen Szenarien. Derweil gibt es ein gutes Video von den Autoren, das zeigt, wie es sich dann spielt:



    Bis zum 21. November l?uft noch die Kickstarter-Kampagne der in Details verbesserten Zweitauflage:


    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Ich bin bei dem Spiel etwas zwiegespalten.
    Ich wünsche den Jungs natürlich viel Glück, und bewundere sowohl den Elan wie auch den ?kologischen Ansatz. Das finde ich wirklich toll.


    Aber ich frag mich ein bisschen, ob das (aus einem Marketing Gesichtspunkt) das richtige Spiel dafür ist.


    Zum einen wegen des Themas. Ninja-Duelle? Spreche ich damit wirklich die Leute an, denen diese Nachhaltigkeit (oder Barrierefreiheit) wichtig ist?
    Aus dem Bauch raus h?tte ich eher an irgendein "sch?ne grüne Wiesen" Spiel gedacht. Etwas v?llig harmloses, wie vielleicht #IsleofSkye oder #CottageGarden.


    Zum anderen wegen der Spieldauer. Die Beispielpartien dauern etwa 8-15 Minuten.
    Das ist eine Menge Material und eine Menge Euros für ein derart kurzes Vergnügen.
    Und wie hoch ist der Wiederspielwert? Spiele ich das dann wirklich dutzende Male hintereinander?
    Dafür soll ich 75 Euro zahlen?


    Ich wei? auch nicht, ob das nur mir so geht, aber ich sehe einen geh?rigen Bruch zwischen dem Holzmaterial und den Spielkarten.
    Das eine sieht aus wie vom Holzspielzeugstand auf dem Weihnachtsmarkt, das andere wie Screenshots aus Mortal Combat.
    Beides hat seinen Reiz, aber kombiniert schmeckt's mir nicht so recht.


    100 Leute wollen das Spiel auf KS gerade haben, vielleicht ist das schon die volle Zielgruppe...

    Mein Blog (Illustrationen, Brettspieldesign, Angespielte Spiele)

  • Ich sehe es ?hnlich wie @PeterRustemeyer - ich denke, der Gro?teil der Zielgruppe für so ein Beat'em'up wird eher mit der Optik von #KrosmasterArena bedient!


    Was ich nicht so sehe: Das Nachhaltigkeit Blümchen & Wiesen erfordert. Ich finde Nachhaltigkeit auch gut, und ich finde bei vielen Spielen Holzmeeples sch?ner.
    Zum Beispiel bei #Kyklades. Da haben mir die Plastikfiguren nicht gefallen, und wenn es nur das gewesen w?re, dann h?tte ich sie mit Siedlerschiffchen und Carcassonne-Meeplen ausgetauscht.
    (Aber das Spiel finde ich auch nicht so gut, daher habe ich es vorher verkauft).
    China-Spiele, wie #DuelintheDark, die nach L?sungsmitteln nur so stinken, finde ich schrecklich. Da würde ich mir mehr Nachhaltigkeit wünschen...


    Also, ein Ninja-Prügel-Spiel darf ruhig nachhaltig sein - und muss dabei dennoch nicht wie vom Weihnachtsmarkt aussehen! ;-)

  • @[Tom]


    Nur, damit wir uns richtig verstehen:
    Ich habe absolut nichts gegen Nachhaltigkeit, solche Ans?tze sind wegen mir auch in Kriegs- oder Prügelbrettspielen sehr begrü?enswert.
    Nachhaltigkeit "erfordert" nicht Blümchen und Wiesen. Das wollte ich nicht sagen.


    Aber ich glaube, dass sich mit "Blümchen und Wiesen" die Zielgruppe derjenigen, die auf diesen ?kologischen Ansatz Wert legen oder das f?rdern wollen würden, in h?herem Ma?e absch?pfen lie?e.
    Ohne irgendwelche Klischees bedienen zu wollen, die vermutlich aber auch zutreffen, gilt das schon alleine, weil es im Brettspielbereich vermutlich mehr Familien- als "Beat them up"-Spieler gibt und die Schnittmenge ("mag das Spiel" + "mag Nachhaltigkeit") deshalb (trivialerweise) wesentlich gr??er ist.

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  • Ich glaube, andersherum wird ein Schuh oder ein passenderes Spiel daraus: Wenn ich das Thema Nachhaltigkeit so konsequent in einem Brettspiel umsetze, dann k?nnte diese Nachhaltigkeit für noch mehr Aufmerksamkeit sorgen, wenn es auch das Thema des Brettspiels w?re. Ein Brettspiel um den Verbrauch und zeitgleich der Erneuerung von Ressourcen würde das Thema wohl besser transportieren. Ninja Arena ist aber eine Skirmish-Action-Simulation, dessen Thema nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat, aber eben nachhaltig produziert ist, weil es die Autoren und deren Kleinverlag so wollten.


    Die Spieldauer im 15 Minutenbereich kommt wohl nur zustande, wenn es Dir von einem Ninja Arena Meister pr?sentiert wird, der Dich durch die Partie leitet. In reinen Erstspielerrunden habe ich hingegen die Erfahrung gemacht, dass so eine Partie wesentlich l?nger dauert, weil die Züge l?nger dauern. Erst mit dem vollst?ndigen Regelwerk finde ich Ninja Arena fernab geführten Demorunden spielenswert, dann hast Du aber direkt ein Einstiegslevel auf der H?he der vollst?ndigen Szenarien von Krosmaster Arena und gerechtfertigt l?ngere Partien.


    Mit der 2nd Edition sind die Autoren auf dem richtigen Weg. Problem ist aber wohl, wenn man dem Spiel ein Mechs vs Minions gegenübergestellt, das zum selben Preis verkauft wird, aber keinesfalls nachhaltig ist, das Ninja Arena rein optisch und von der Ausstattung ziemlich chancenlos wirkt . Auch wenn hier unfair ?pfel mit Birnen verglichen werden, wird vielen Brettspielern das Thema Nachhaltigkeit in Brettspielen wohl zu unwichtig sein. Der nur pl?tschernde Erfolg der Kickstarter-Kampagne macht das leider deutlich. Zumal die Erstauflage ja schon ausverkauft ist und somit eine gewisse Zielgruppe schon l?ngst bedient ist, die jetzt wohl kaum ein zweites Mal 70+ Euro ausgeben wird. Ich habe mir aber das Uprade-Pack geg?nnt.

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Auch wenn hier unfair ?pfel mit Birnen verglichen werden, wird vielen Brettspielern das Thema Nachhaltigkeit in Brettspielen wohl zu unwichtig sein. Der nur pl?tschernde Erfolg der Kickstarter-Kampagne macht das leider deutlich. Zumal die Erstauflage ja schon ausverkauft ist und somit eine gewisse Zielgruppe schon l?ngst bedient ist, die jetzt wohl kaum ein zweites Mal 70+ Euro ausgeben wird. Ich habe mir aber das Uprade-Pack geg?nnt.

    ...oder aber den Spielern ist zwar Nachhaltigkeit wichtig, aber das Spiel selbst finden sie doof... ;-)