Token-Schalen herstellen

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  • Ein Tutorial über die Herstellung von Tokenschalen aus Holz.

    Edit: Ja, stimmt schon. Dies ist als "Ein Tutorial über die Herstellung von Tokenschalen aus Holz" bezeichnet. Also sollte auch der gesamte Herstellungsprozess hier aufgezeigt werden. Ich habe das Tutorial entsprechend erweitert und etwas angepasst.


    Hier ist er, der mehr oder weniger detailierter Bericht in Text und Bild zur Herstellung kleiner Token-Schalen.

    Ich hoffe, mit dem Detailgrad alle Fragen hinsichtlich der einzelnen Arbeitsschritte beantworten zu k?nnen. Sollte das nicht der Fall sein ... tja ... Pech gehabt. Na gut, ihr k?nnt auch nachfragen. ;)

    Zudem sind viele hier von mir durchgeführte Schritte auch auf anderen Wegen realisierbar. Ihr habt da bestimmt eure eigenen Vorstellungen und Vorgehensweisen.


    Worum geht es hier überhaupt?

    Ich stelle hier und da Zubeh?r rund um das Thema Brettspiele in Holz her und wurde gebeten, doch einmal ein Tutorial für eine kleine Token-Schale zu schreiben. Da dies ein komplexer Vorgang ist, versuche ich hier so genau wie m?glich zu sein, ohne euch allzu sehr zu langweilen. Und dies soll es werden:

    Serviervorschlag ;)


    Die Schale soll kleine bis mittelgro?e Token aufnehmen k?nnen, stapelbar und chick anzusehen sein. Ich habe mich für ein quadratisches Gef?? mit abgerundeten Kanten und einem Zierring nahe des oberen Rands entschieden. Als Material wird Walnuss mit Kirsche verarbeitet und zur Unterlagenschonung ein Korkpl?ttchen. Die Endma?e für den Holzkorpus wird für die Grundfl?che 70 x 70 mm und für die H?he 35 mm sein, so dass ein Aufnahmevolumen von etwa 60 x 60 x 27 mm entsteht.


    Und schon kann es los gehen.

    Aus den s?gerauhen Brettern werden die ben?tigten Brettchen mit ?berma? (etwa 4 mm) auf Breite und dann ebenfalls mit ?berma? (nicht mehr als 2 mm) auf St?rke ges?gt. Nicht zuviel ?berma? für die St?rke, da sonst das Hobeln ewig dauern wird. ;)


    Ich wechsel für das Kirschbrettchen die Faserrichtung und trenne dies nicht mit einem L?ngsschnitt (wie bei dem Nussholz) sondern mit einem Querschnitt ab. Das ist in diesen kleinen Dimensionen nicht so wichtig, hilft aber immer das klimabedingte Arbeiten von Holzobjekten zu reduzieren.

    Hmmm lecker, ein Stück Nuss und ein Stück Kirsche. Die Kirsche ist hier noch recht schmutzbehaftet und deshalb eventuell doch nicht ganz so lecker. :/


    Die Brettchen werden an den Fl?chen ges?ubert, wo sie der Witterung ausgesetzt waren und dann an den Ober- und Unterseiten plan gehobelt, da sie sp?ter zum Verleimen sauber aufeinander liegen müssen.

    So sind ein dickes Stück für den Schalenkorpus und zwei dünnere für den Zierring und den Schalenrand entstanden. Einmal alles übereinander legen und noch einmal vor dem Verleimen das saubere Aufliegen kontrollieren.


    Auf jede Fl?che, die mit einer Fl?che eines anderen Brettchens verbunden werden soll, wird eine dünne und geschlosse Schicht Wei?leim aufgetragen. Ich verwende gerne eine Anpressrolle für Tapeten, es kann aber auch ein Pinsel sein. Es soll ja Leute geben, die nehmen die Finger dafür. :/

    Dann alles dicht mit Klemmen oder Zwingen und richtig viel Druck aufeinander pressen. ?berschüsiger Leim sollte mit einem leicht feuchten Tuch entfernt werden, was am besten fuktioniert, solange nur die ?u?eren und eine mittlere Klemme angebracht sind.


    Sobald nach mindestens 8 Stunden alles soweit angetrocknet ist (ich lasse 12 Stunden vergehen) k?nnen die drei Schichten l?ngs auf eine Flucht ges?gt werden. Auch hier noch etwa 1 bis 2 mm ?berma? zum Hobeln stehen lassen.

    Dann die L?ngs- sowie die Ober- und Unterseiten auf 90 Grad Rechtwinkligkeit und auf das Endma? von 70 mm Breite hobeln. Das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, ist aber auch eine sch?ne Aufgabe, die immer viel Freude bereitet ... wenn sie glückt. ;)


    Nun noch den Korpus der L?nge nach auftrennen, so dass die Schalen auch in der "L?nge" ihre 70 mm Endma? bekommen. Diese müssen nicht mehr gehobelt werden, wenn sie mit der n?tigen Genauigkeit ges?gt werden, sondern bekommen durch Schleifen ihre sauberen Seiten.


    Jetzt sind die Rohk?rper der Schalen fertig und auf Endgr??e dimensioniert und es kann an die Schalenh?hlung gehen.


    Dazu verwende ich eine Schablone und eine Kopierhülse zur sicheren Führung der Oberfr?se und für einen gleichf?rmigen Aushub. Für mich hat sich eine 9 mm starke Siebdruckplatte bew?hrt, da so der Fr?skopf (meistens) noch hinreichend Schnitttiefe ins Werkstück erreicht. Zwei weitere Vorteile bilden erstens die glatte Seite für ein hemmfreies Bewegen der Oberfr?se darüber und zweitens eine rauhe Seite für eine rutschfeste Haftung des Werkstücks darunter.

    Die Schablonenplatte sollte so gro? gew?hlt werden, dass die Oberfr?se frei im Fr?sbereich bewegt werden kann und gleichzeitig genügend Auflagefl?chen für Zwingen/Klemmen zur Arretierung der Schablone vorhanden ist.

    Die Kopierhülse (in meinem Fall ragt sie 8 mm unter dem Fr?serfu? hinaus, hat also durch die 9 mm Schablone noch einen Millimeter Luft zum Werkstück) w?hle ich im Radius mindestens 2 mm gr??er als den zu verwendenden Fr?skopf.


    Hier eine Hilfszeichnung zur Berechnung der Ma?e von Schablonenloch im Zusammenhang mit Aushub im Werkstück, Kopierhülse und Fr?skopf.

    Für meine Ma?e würde sich dies ergeben:

    Fr?saushub des Werkstücks soll 60 x 60 mm sein

    Fr?skopf hat ? 22 mm

    Kopierehülse hat ? 27 mm Au?enma?

    ergibt ein Schablonenloch von 65 x 65 mm


    Also das Zentrum der Schablonenplatte ermitteln und die 65 mm horizontal und vertikal markieren. Da alle Kanten rechtiwinklig sein sollten ;) schneide ich das Schablonenloch mit Hilfe eines Parallelanschlags und der Oberfr?se aus.


    Jetzt k?nnt Ihr entscheiden, wie aufw?ndig euer weiters Vorgehen sein soll. Wer eher die Messmethode und Pi-Mal-Daumen bevorzugt, der kann die folgende Beschreibung überspringen und bei (B) weiter lesen.


    (A) Eine Führung unter der Schablone, die das Werkstück ohne zus?tzliche Mess- und Ausrichtschritte aufnehmen kann, erleichtert das Ausfr?sen von mehreren gleichen Schalen enorm. Daher montiere ich entsprechende Führungen mit der gleichen H?he der Werkstücke, was dann mit eingefügtem Werkstück so ausschaut. Nicht vergessen die Schraubenk?pfe zu versenken. ;)


    (B) Wer es sich einfacher machen m?chte, der kann die Schablone auch ordentlich auf das Werkstück ausgerichtet legen und dann beides zusammen verklemmen. Hierzu ist es ratsam eine Markierung (z.B. ein Rechteck) auf das Werkstück anzurei?en, damit die aufgelegte Schablone korrekt daran ausgerichtet werden kann.


    Zum Ausfr?sen die Schablone ordentlich verklemmen, so dass die Fr?se frei geführt werden kann und los geht der Spa?.


    Hier das Ergebnis der ersten Schale mit einem Halbrund-Hohlkehlfr?ser mit ? 22 mm. So k?nnen auf dem Boden liegende Token immer noch gut aus der Schale gefischt werden. Dann die Werkstücke umdrehen und die Vertiefung für das Korkpl?ttchen mit einem ? 20 mm Nutfr?ser ausheben. Der Innenraum und die Bodenvertiefung der Schale schleife ich mit schmalen Streifen (240er K?rnung) sch?n glatt.

    Upps, da habe ich vergessen ein Foto von der Unterseite zu schie?en und dies nach dem Abrunden der Kanten nachgeholt.


    Am einfachsten bekomme ich die Eckenrundungen mit einer Schleifmaschine hin. Auf den oberen Rand der Schale werden die Rundungen mit einer Kreisschablone angerissen und dann per Augenma? abgetragen. Auch k?nne hier noch einmal alle Fl?chen plan geschliffen werden.

    Zu guter Letzt noch alle scharfen Kanten kurz mit Schleifpapier (240er K?rnung) brechen, um eine mimimale Fase zu erhalten und damit die Kanten vor "Absplitterung" zu schützen. Und es sieht auch noch besser aus, wenn sich Licht auf den Kanten spielgelt.


    Für den Oberfl?chenschutz und eine sch?ne Holzmaserung benutze ich reines Lein?l. Nur nicht vergessen, dass in die Bodenvertiefung noch ein Korkpl?ttchen eingeleimt werden soll, also den Bereich nicht ?len. Nach dem Auftragen lasse ich dies 2 Stunden ziehen und trage dann den ?berschuss ab. Zum Schluss wird alles fusselfrei poliert.


    Nach dem Schleifen und ?len und Polieren sehen die Token-Schalen dann so aus. Der Kork (hier mit 2 mm ?berstand) ist ebenfalls mit Holzleim befestigt.


    Ich hoffe, ich konnte mit dem Tutorial alle Klarheiten beseitig. So lassen sich natürlich auch rechteckige, kreisrunde und ovale Schalen mit den dollsten Verzierungen herstellen. Wie stets: wer Fragen hat, immer her damit. Und jetzt viel Spa? beim Werkeln und besonders beim Spielen mit den Schalen.